"Mira…un verdadero cubano“ - ein „echter Kubaner“ im Spanischunterricht
Am Freitag, den 25. Juni hatten die Spanischkurse 1 und 2 der Jahrgangsstufe 12 Besuch aus Cuba. Die Spanischlehrerin Frau Pietsch konnte die Idee, den Spanischschülern die Möglichkeit „echter Kommunikation“ zu bieten, mit Hilfe von Jorge aus Cuba umsetzen.
Jorge, 42, besuchte beide Kurse und berichtete dabei (en español, claro) über sein Land, die politische Situation, das Lebensgefühl „der Kubaner“ und die mögliche politische Zukunft Cubas, wobei die Schüler die Möglichkeit hatten, Fragen zu stellen. Viele Fakten, die angesprochen wurden, lösten dabei Unglauben aus, wie z. B. die Tatsache, dass es die Todesstrafe auf Cuba gibt, dass der Verdienst in allen Berufsgruppen relativ gleich und nach deutschen Maßstäben ausgesprochen gering ist, dass die Versorgung mit Lebensmitteln der Bevölkerung in erster Linie durch Bezugskarten für Lebensmittel gesichert wird und dass es generell wenig Kritik an dem gibt, was schon als „Castro-Regime“ bezeichnet werden muss.

Eine Beobachtung, die jedoch den Besuch aus Cuba an „deutschen Gewohnheiten im Alltagsleben“ nachhaltig beeindruckte war die Tatsache, dass alle Abläufe organisiert sind. Cubaner lernen, mit Mangel zu leben. Wenn es über einen Zeitraum von mehreren Stunden kein Wasser gibt, dann gibt es eben keins. Wenn man jemanden besuchen möchte, dann geht man hin und besucht ihn. Wir Deutschen hingegen seien vollkommen durchgeplant, gegebenenfalls auch noch mit Haftnotizen ausgestattet, mit denen wir jeden Tag bis ins Detail strukturierten. Diese Beobachtung wurde mit Gelächter aufgenommen, aber den Wahrheitsgehalt mochte niemand abstreiten … und so verließen alle die von Jorge charmant gestalteten Stunden mit einem „karibischen Wochenendgefühl“ und vielleicht dem Vorsatz, unwichtige Dinge etwas „lockerer“ zu nehmen.
(Pie)